Was waren die Zugänge zum Glauben, welche Brücken hat P. Biju Varghese in seinem Leben beschritten? Diese Frage stellte sich der indische Pfarrvikar in seinem Vortrag unter dem Titel „Brücken des Glaubens: Indien, Orden, Wissenschaft“. Dabei gab er den Zuhörern einen tiefen Einblick in das kulturelle und religiöse Leben Indiens, seine Erfahrungen im Orden der Karmeliten der Unbefleckten Maria (CMI – Carmelites of Mary Immaculate) und in seine wissenschaftliche Arbeit im Rahmen seines kürzlich abgeschlossenen Doktoratsstudiums.
Der Abend nahm seinen Anfang mit einer spannenden Reise nach Indien, das für seine Spiritualität und Vielfalt bekannt ist. P. Biju erzählte von der indischen Küche, die nicht nur durch ihre einzigartigen Gewürze, sondern auch durch die religiösen und kulturellen Hintergründe der verschiedenen Regionen des Landes geprägt ist. Ein wichtiger Teil seines Vortrags widmete sich der besonderen Glaubensgemeinschaft der Thomas-Christen im südindischen Bundesstaat Kerala. Diese Christen führen ihre Wurzeln auf den Apostel Thomas zurück und leben ihren Glauben in einer tiefen Verbindung zur indischen Kultur. P. Biju schilderte anschaulich, wie sich die spirituellen Traditionen dieser Gemeinschaft mit der Kultur des Landes vereinen – in ihren Ritualen, Gebeten und ihrer Lebensweise.
Im weiteren Verlauf des Vortrags richtete P. Biju den Blick auf den Orden CMI, dem er selbst angehört. Der Orden ist nicht nur in der Seelsorge aktiv, sondern engagiert sich auch intensiv in der Bildung und Wissenschaft. Dabei berichtete er auch von seiner durchaus langen und anspruchsvollen Ausbildungszeit im Orden, bis er zum Priester geweiht wurde.
Am Ende des Vortrags nahm P. Biju die Zuhörer mit auf eine kurze Reise durch seine Doktorarbeit, die sich mit der Dreifaltigkeit und dem Leben in Beziehung im Orden beschäftigt. Weil das Thema durchaus anspruchsvoll und die Zeit schon fortgeschritten war, beließ er es dabei aber bei kurzen Gedanken und gesellte sich dann unter die 39 Gäste, um sich mit ihnen persönlich auszutauschen.
Es war ein Abend, der Brücken des Glaubens weiter stärkte und die eigene spirituelle Reise bereicherte.
„Mir wurden die schönen Seiten von Indien bewusster. In den Medien hören wir oft nur von Armut, Naturkatastrophen und so weiter. Und mich beeindruckt auch, wie viel der Orden an Aufgaben übernimmt, bei denen man sich in Deutschland auf den Staat verlassen würde. Und wie der Orden Menschen zum Engagement motiviert”
Text: Martin Eibelsgruber
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