Weltkirche

Beten für den Frieden

Martin Eibelsgruber am 01.03.2022

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Ökumenischer Friedensgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Marien

Fas­sungs­lo­sig­keit und Ent­setz­ten über wahr gewor­de­ne Befürch­tun­gen las­sen seit dem Mor­gen des 24. Febru­ars 2022 schier den Atem der Welt sto­cken. Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin hat eine umfas­sen­de Inva­si­on der Ukrai­ne gestar­tet, Pan­zer rol­len, Bom­ben fal­len, es ist Krieg. Krieg in Euro­pa. Angst und Bestür­zung machen sich breit, das Schlacht­feld ist nicht irgend­wo, es ist nur zwei Flug­stun­den von uns ent­fernt. Ver­schie­de­ne Gefüh­le, Mit­leid mit den Ange­grif­fe­nen in der Ukrai­ne, Wut auf den Aggres­sor aus Russ­land, Angst, was noch kom­men und wel­ches Leid noch gesche­hen wird, tun sich auf. 

Wie sehr die­se, noch vor einer Woche kaum vor­stell­ba­re Kriegsi­tua­ti­on die Men­schen auch in Sim­bach bedrückt, wur­de allein beim öku­me­ni­schen Frie­dens­got­tes­dienst am frü­hen Abend des Fasching­sonn­ta­ges in der Stadt­pfarr­kir­che St. Mari­en deut­lich. Das gro­ße Got­tes­haus war mit Ein­hal­tung der gel­ten­den Abstands­re­ge­lung voll gefüllt. Auf den Stu­fen vor dem Altar waren lila­far­be­ne Tücher aus­ge­legt, auf der letz­ten Stu­fe stand ein Bild in den Far­ben der Ukrai­ne blau und gelb mit einer wei­ßen Frie­dens­tau­be in der Mit­te. Die Mit­be­ten­den waren ein­ge­la­den, Ker­zen zu ent­zün­den und die bren­nen­den Lich­ter als Zei­chen für den Frie­den auf die Tücher zu stel­len. Die Glä­ser mit den Lich­tern reich­ten nicht aus, wei­te­re Ker­zen wur­den gebracht. Ein Lich­ter­meer leuch­te­te schließlich.

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Ein Lichtermeer für den Frieden
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Mit Kerzen, Gebet und Gesang verliehen die Betenden ihrer Hoffnung nach Frieden Ausdruck.
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Pfarrer Muschler (rechts) und Dekan Steinfeld (links) luden für ihre Kirchen zum Friedensgebet ein.

Dekan Joa­chim Stein­feld und der evan­ge­li­sche Pfar­rer Chris­ti­an Musch­ler hat­ten auf­ge­ru­fen, sich im gemein­sa­men Gebet mit den Opfern des Krie­ges zu ver­bin­den und Frie­den für die Ukrai­ne zu erbitten.

Als Chris­ten ver­ur­tei­len wir krie­ge­ri­sche Gewalt und des­halb auch die Inva­si­on der Ukrai­ne durch Russ­land. Dies ist ein Angriffs­krieg, der dem Völ­ker­recht und der christ­li­chen Frie­dens­ethik zuwiderläuft.”

Stadtpfarrer Joachim Steinfeld

Die Außen­mi­nis­te­rin unse­res Lan­des sag­te nach dem Ein­marsch rus­si­scher Trup­pen in die Ukrai­ne, dass wir in einer ande­ren Welt auf­ge­wacht sind. Ich bin mir da nicht ganz so sicher, denn auf jeden Fall ist die­se Welt wei­ter­hin Got­tes Welt“, so der evan­ge­li­sche Pfar­rer Chris­ti­an Musch­ler, der auf das Wort des Apos­tel Pau­lus ver­wies: Die Lie­be hört nie­mals auf“

„“Die Lie­be hört nie­mals auf.” Sie ist der Gewalt über­le­gen, ihr gehört die Zukunft, nicht der Gewalt. Dar­an müs­sen wir festhalten.”

Pfarrer Muschler

Die Lie­be ist der Gewalt über­le­gen, ihr gehört die Zukunft, nicht der Gewalt. Dar­an müs­sen wir fest­hal­ten, indem wir ent­schie­den den Respekt vor der Wür­de eines jeden Men­schen leben. Die Ver­tei­di­gung unse­rer Demo­kra­tie, nach außen, aber auch nach innen, das muss unse­re Ant­wort sein auf den Angriff auf die Ukrai­ne. Die­se Welt ist Got­tes Welt und dar­um darf auch jenes Bibel­wort wahr wer­den, dass uns Gott nicht einen Geist der Furcht gege­ben hat, son­dern einen Geist der Kraft, der Lie­be und der Beson­nen­heit. Dar­um habe ich kei­nen Zwei­fel dar­an, dass wir in der Besin­nung dar­auf die Beson­nen­heit fin­den, die in die­sen Zei­ten not­wen­dig ist. Wir müs­sen nicht sprach­los blei­ben in unse­rer Ohn­macht. Unse­re Sor­gen um die Men­schen in der Ukrai­ne, unse­re Sor­ge um die wei­te­re Ent­wick­lung die­ser Kri­se dür­fen wir vor Gott brin­gen, der sich uns nicht ver­schlie­ßen, son­dern uns gewiss machen wird, dass die Lie­be nie­mals auf­hört“, sag­te Muschler. 

Gemein­sam wur­de das Gebet um Frie­den gespro­chen. Ange­sichts des Krie­ges in der Ukrai­ne, der zuneh­men­den Spal­tung Euro­pas, der zahl­rei­chen Kriegs­schau­plät­ze auf der Welt, der zer­bomb­ten Städ­te und ange­sichts der unzäh­li­gen Toten, ange­sichts der vie­len Kin­der, die unter den Krie­gen lei­den, der Men­schen, die ihre Hei­mat ver­las­sen müs­sen, der immer wie­der sto­cken­den Frie­dens­be­mü­hun­gen, der Ter­ror­an­schlä­ge, Gewalt­ta­ten und Ver­bre­chen auf der gan­zen Welt: Stär­ke die Sehn­sucht nach Frie­den“. Lass dei­nen Frie­den wach­sen in den Her­zen der Men­schen, unter den Völ­kern, unter den Reli­gio­nen, wenn Hass alles zer­stört, wenn Men­schen zu Waf­fen grei­fen“. Herr, mit dei­ner guten Schöp­fung, mit allen Men­schen auf der Erde, lass uns in Frie­den leben“ wur­de gebe­tet und zum Schluss das Vater unser“. 

Die beson­de­re musi­ka­li­sche Gestal­tung des Frie­dens­got­tes­diens­tes erfolg­te durch Regio­nal­kan­tor Chris­ti­an Debald an der Orgel und des­sen Frau Mar­ti­na (Gesang). Eini­ge Minu­ten vor Beginn der besinn­li­chen Stun­de erklang eine Impro­vi­sa­ti­on über den Cho­ral Da Pacem domi­ne“, zum Ein­zug Mei­ne engen Gren­zen“, nach der Lesung das Lied Ihr Mäch­ti­gen, ich will nicht sin­gen“, zum Ker­zen­an­zün­den eine Medi­ta­ti­on über die ukrai­ni­sche Natio­nal­hym­ne und zum Aus­zug Ver­leih uns Frie­den gnä­dig­lich“.
Unter den Mit­be­ten­den waren auch 1. Bür­ger­meis­ter Klaus Schmid und 3. Bür­ger­meis­te­rin Chris­ta Kick.

Bericht von Chris­ti­na Schmid

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