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Indischer Gottesdienst

Martin Eibelsgruber am 21.02.2022

2022 02 20 Indischer Gottesdienst3 Wolfgang Hascher
Die Weltkugel als Andachts-Element am Altar in der Pfarrkirche Wittibreut niedergelegt symbolisierte die Einheit aller Menschen dieser Erde, die doch so oft von Konflikten bedroht werde. Pfarrvikar James Varikuty betete deshalb für Frieden und um Barmherzigkeit unter den Menschen.

Pfarrvikar James Varikuty zelebrierte in Wittibreut eine Messe mit indischer Musik und Sprache. Dafür gab es begeisterten Applaus.

Nicht als Kir­chen­mu­sik bei uns bekann­te, aber den­noch wun­der­ba­re und eine fro­he Auf­merk­sam­keit aus­lö­sen­de Klän­ge erfüll­ten neu­lich das Got­tes­haus in Wit­tib­reut – und das auch durch­aus gar nicht lei­se. Pfarr­vi­kar James Vari­ku­ty hielt näm­lich einen Got­tes­dienst teil­wei­se in sei­ner Mut­ter­spra­che Telugu, die in sei­nem indi­schen Hei­mat­ge­biet Andhra Pra­desh gespro­chen wird. Frei­lich wur­den die wich­tigs­ten Lit­ur­gie-Ele­men­te auch zusätz­lich in deut­scher Spra­che vor­ge­tra­gen, bei­spiels­wei­se die Lesung von Sepp Haintha­ler und die Für­bit­ten von Gabi Nie­der­mei­er. Und auch der Geist­li­che brach­te wich­ti­ge Ele­men­te natür­lich auf Deutsch.

Neben dem Altar auf­ge­baut war auch ein moder­nes Key­board, das der Pfarr­vi­kar im Ver­lauf des Got­tes­diens­tes natür­lich auch selbst vir­tu­os spiel­te und dazu geist­li­che Lie­der in sei­ner Mut­ter­spra­che sang. Die unter­schie­den sich vom freu­di­gen Rhyth­mus und den Klang- und Akkord­far­ben her natür­lich erheb­lich von dem ansons­ten in der Kir­che zu hören­den tra­di­tio­nel­len deutsch­spra­chi­gen Lied­gut. Auch der Chor Jona­than trug her­vor­ra­gend mit Lie­dern in moder­nen Rhyth­men bei – so waren bei­spiels­wei­se das geist­li­che Lied Ama­zing Grace“ mit Flö­ten­be­glei­tung und das bekann­te Glo­ry Glo­ry Hal­le­lu­jah“ zu hören. Die­se freu­di­gen Rhyth­men ergänz­ten das Klang­bild der aus Indi­en stam­men­den Lie­der ganz her­vor­ra­gend. Zusätz­lich kenn­zeich­ne­ten zahl­rei­che medi­ta­ti­ve Ele­men­te die­se Mess­fei­er, die der Geist­li­che ansons­ten auch durch kur­ze Bei­trä­ge in sei­ner Mut­ter­spra­che ergänzte.

2022 02 20 Indischer Gottesdienst2
Mit Liedern, darunter „Amazing Grace“ oder „Glory Glory Hallelujah“ ergänzte der Chor Jonathan von der Empore aus den fröhlich machenden Gesamtcharakter dieses Gottesdienstes.
2022 02 20 Indischer Gottesdienst1
Pfarrvikar James Varikuty hatte mit viel Elan den Gottesdienst in der Pfarrkirche Wittibreut vorbereitet und in großen Teilen in seiner indischen Muttersprache abgehalten. Auch griff er selbst in die Tasten, gab – wie hier – den Takt am Tamburin vor und sang mit großem Stimmvolumen geistliche indische Lieder.

Die Pre­digt selbst hielt James Vari­ku­ty in eini­gen Absät­zen in indi­scher Spra­che, über­setz­te sie auch in unse­re Mut­ter­spra­che – der Groß­teil war natür­lich grund­sätz­lich in Deutsch gehal­ten. Der Geist­li­che freu­te sich in die­sen Pre­digt­wor­ten zunächst über die sehr rege Betei­li­gung an die­sem Got­tes­dienst: Es tut gut, Sie alle hier in der Kir­che im Namen Jesu zu sehen. Wir wol­len leben in der Kraft der Barm­her­zig­keit, wie sie Jesus uns gelehrt hat. Aber dies gelingt uns frei­lich nicht immer. Lie­be und Wahr­haf­tig­keit – dar­an erin­ner­te uns auch das Evan­ge­li­um. Und wir hören dar­aus auch, ande­re zu lie­ben und die Bedürf­nis­se von ande­ren Men­schen zu berücksichtigen.“

James Vari­ku­ty erwähn­te auch, dass wir in einer gespal­te­nen Welt leben wür­den, dass es über­all poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Schwie­rig­kei­ten und Kri­sen gebe, und auch in der Kir­che erken­ne man Konflikte:

Des­halb sind die Wer­te des Evan­ge­li­ums alles ande­re als weltfremd.”

Pfarrvikar Varikuty in seiner Predigt

Denn es sagt uns: In Jesus fehlt jeg­li­ches Stre­ben, den ande­ren zu besie­gen, über ihn Macht aus­zu­üben und Tod zu brin­gen. Jesus sagt viel­mehr: Seid barm­her­zig. Und Jesus stellt uns eine Welt vor Augen, die fried­lich und barm­her­zig ist, denn alle Men­schen sind Jesu Schwes­tern und Brüder.“

Der Ablauf der Mess­fei­er war in den wich­ti­gen Ele­men­ten natür­lich mit unse­rem gewohn­ten Got­tes­dienst über­ein­stim­mend. Die Für­bit­ten trug Gabi Nie­der­mei­er vor, sie leg­te auch zu den ein­zel­nen Anlie­gen, die jet­zi­gen Pro­ble­me der Welt­ge­sell­schaft betref­fend, ent­spre­chen­de Andachts­ge­gen­stän­de am Altar nie­der, dar­un­ter eine Welt­ku­gel. Das Glau­bens­be­kennt­nis wur­de natür­lich gemein­sam in deut­scher Spra­che gebe­tet, ergänzt wie­der durch Zusät­ze in der Mut­ter­spra­che des Pfarr­vi­kars. Das Vater Unser“ erklang dann mit Musik und gemein­sa­mem Gesang, ange­lei­tet vom Chor Jona­than. Letzt­lich kenn­zeich­ne­ten vie­le rhyth­misch sehr anspre­chen­de und gar fröh­li­che, moder­ne musi­ka­li­sche Ele­men­te die­sen Got­tes­dienst, sowohl vom Geist­li­chen selbst mit sei­nem Gesang am Key­board als auch vom Chor Jona­than in schwung­vol­len Rhyth­men dar­ge­bo­ten. Beein­druckt hat in die­sem Zusam­men­hang beson­ders das Stimm­vo­lu­men des Pfarrvikars.

Zum Abschluss dank­te James Vari­ku­ty vor allem Dekan Joa­chim Stein­feld, dass er die Mög­lich­keit gege­ben hat­te, die­sen Got­tes­dienst zu fei­ern. Ein gro­ßer Dank rich­te­te sich auch an die Mes­ne­rin Resi Wie­land, den Chor Jona­than und an alle, die in flei­ßi­ger Arbeit mit­ge­hol­fen hat­ten, die­sen Got­tes­dienst vor­zu­be­rei­ten und durch­zu­füh­ren. Und so war es nicht ver­wun­der­lich, dass begeis­ter­ter und lang anhal­ten­der Applaus der Kir­chen­ge­mein­de nach dem in indi­scher Spra­che gespen­de­ten Schluss-Segen die­sen Got­tes­dienst beendete.

Zwar hat­te die­se Mess­fei­er wegen der zahl­rei­chen gemisch­ten Sprach­ele­men­te und den vie­len umfang­rei­chen Musik­stü­cken län­ger gedau­ert als ein tra­di­tio­nel­ler Sonn­tags-Got­tes­dienst – aber das mach­te nichts, denn man konn­te beim Ver­las­sen des Got­tes­hau­ses auf allen Gesich­tern der Kir­chen­be­su­cher eine fröh­li­che Leben­dig­keit erken­nen, die die­se Mess­fei­er bei allen her­vor­ge­ru­fen hatte.

Text und Bil­der: Wolf­gang Hascher

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James Varikuty

James Varikuty

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