Jahressschlussandacht in Simbach

Martin Eibelsgruber am 11.01.2024

2023 12 31 Jahresschlussandacht Simbach1 Christina Schmid
In ökumenischer Verbundenheit feierten die Geistlichen Pfarrer Christian Muschler, Pfarrer Joachim Steinfeld und Pfarrer Jan Lange aus Braunau in der Stadtpfarrkirche St. Marien mit vielen Gläubigen die Jahresschlussandacht.

Evangelische und katholische Christen ließen das "alte Jahr" gemeinsam in St. Marien ausklingen.

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Der evangelische Posaunenchor mit Leiter Karl Wonner.
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Die Kirchenchöre Simbach und Kirchberg mit Leiter Regionalkantor Christian Debald.
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Beim Sektempfang im Pfarrgarten. Dazu herzlich eingeladen hatten Pfarrer Joachim Steinfeld und Bürgermeister Klaus Schmid.

Am spä­ten Nach­mit­tag an Sil­ves­ter kamen evan­ge­li­sche und katho­li­sche Chris­ten in der Stadt­pfarr­kir­che St. Mari­en zusam­men, um gemein­sam das alte Jahr in Got­tes Hän­de zurück­zu­le­gen und sich gegen­sei­tig einen guten Start in das neue Jahr zu wün­schen. Die Kir­chen­glo­cken läu­te­ten und zahl­rei­che Gläu­bi­ge fei­er­ten die Stun­de, die musi­ka­lisch vom Posau­nen­chor der Evan­ge­li­schen Kir­che mit Lei­ter Karl Won­ner und den Kir­chen­chö­ren Sim­bach und Kirch­berg unter Lei­tung von Regio­nal­kan­tor Chris­ti­an Debald fest­lich gestal­tet wur­de, mit. Alles was wir erlebt haben, Gutes und weni­ger Gutes, Erwar­te­tes und Uner­war­te­tes, Schö­nes und Schwe­res legen wir zurück und gehen mit Gott vol­ler Mut und Hoff­nung in das neue Jahr“, so Stadt­pfar­rer Joa­chim Stein­feld in sei­ner Begrü­ßung. Pfar­rer Jan Lan­ge aus der öster­rei­chi­schen Nach­bar­stadt Brau­nau trug die Lesung aus dem ers­ten Brief Pau­lus an die Korin­ther vor und dar­auf ging Pfar­rer Chris­ti­an Musch­ler in sei­ner Pre­digt ein. Die Lie­be hört nie­mals auf! So haben wir es in der Lesung gehört. Dass aber Lie­be an Gren­zen stößt und an ihrer Stel­le sich Gleich­gül­tig­keit oder gar Hass breit machen, das wis­sen wir eben­so zur Genü­ge. Und doch sagt Pau­lus, dass sie Lie­be nie­mals auf­hört und meint damit Gott sel­ber“, so Musch­ler, der den Chris­ten die Jah­res­lo­sung nann­te: Alle eure Din­ge lasst in der Lie­be gesche­hen!“ Die­ser Vers füh­re in die Mit­te des Glau­bens, gebe Ant­wort auf das Christ­sein. Pfar­rer Musch­ler ver­deut­lich­te anhand einer Geschich­te, was es mit der Lie­be auf sich hat, mit der Jesus Chris­tus berüh­ren und erfül­len will. Er erzähl­te von einer Katho­li­kin namens Zen­zi“, die 1942 auf dem elter­li­chen Bau­ern­hof in einem frän­ki­schen Dorf ein klei­nes Mäd­chen, Char­lot­te, aus einer jüdi­schen Fami­lie auf­nahm, das depor­tiert wer­den soll­te. Zen­zi gab das Kind als ihr eige­nes aus, ris­kier­te damit ihr Leben. Nur der Pfar­rer wuss­te davon. Gegen Ende des zwei­ten Welt­krie­ges ver­steck­te er die Klei­ne vor der SS“ in einem Kel­ler. Dort war sie nicht allei­ne, denn der Pfar­rer hat­te auch pol­ni­sche Zwangs­ar­bei­ter in Sicher­heit gebracht. Char­lot­te konn­te geret­tet wer­den, heu­te heißt sie mit Nach­na­men Knob­loch und wur­de Prä­si­den­tin des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land. Am Bei­spiel von Zen­zi“ und dem Pfar­rer sehen wir, wozu die Lie­be befä­higt, die unse­rem Glau­ben mit­ge­ge­ben ist“, so Musch­ler, der zum Schluss sei­ner Pre­digt an Mar­tin Luther King erin­ner­te, der, als 1957 in den USA ein gro­ßer Streit um die Ras­sen­tren­nung tob­te, zur Gewalt­lo­sig­keit auf­rief und mahn­te, die Macht der Lie­be als hei­len­de Kraft zu ent­de­cken, um aus der alten Welt eine neue machen zu kön­nen. Von guten Mäch­ten wun­der­bar gebor­gen, erwar­ten wir getrost, was kom­men mag. Gott ist bei uns am Abend und am Mor­gen und ganz gewiss an jedem neu­en Tag“, die Stro­phen des Lie­des, des­sen Text der Theo­lo­ge Diet­rich Bon­hoef­fer 1945 im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger kurz vor sei­ner Ermor­dung geschrie­ben hat, wur­den bewe­gend gemein­sam gesun­gen, abwech­selnd beglei­tet von Posau­nen­chor, Orgel und Chö­ren. Rolf Bartsch und Ingrid Har­tin­ger von der evan­ge­li­schen Gemein­de und Tho­mas Gei­gen­ber­ger von der Pfar­rei St. Mari­en tru­gen Gedan­ken und Für­bit­ten vor. Ukrai­ne, Infla­ti­on, Teue­rung von Öl und Gas, Hamas, Gaza­strei­fen, Anti­se­mi­tis­mus, Fir­men­plei­ten, Sor­gen und immer noch Coro­na. So war es im alten Jahr, wie lan­ge ist’s noch aktu­ell? Doch wo eine Trä­ne fällt, blüht auch eine Rose…so war es im alten Jahr, was sol­len wir für‘ nächs­te bit­ten? Die Son­ne geht auf, ohne unser Tun, Win­de toben, wir kön­nen sie nicht hin­dern. So war es im alten Jahr, was wird die Zukunft brin­gen?“, über­leg­ten die Vor­tra­gen­den, wünsch­ten Hoff­nung für die neu­en Tage. Gemein­sam wur­de Vater unser“ gebe­tet. Die Geist­li­chen spen­de­ten den Segen, nach der Andacht auch den Ein­zel­se­gen. Bür­ger­meis­ter Klaus Schmid blick­te kurz zurück auf das schei­den­de Jahr 2023 mit all den Kri­sen. Er bedank­te sich bei den Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­gern für Soli­da­ri­tät und Gemein­schaft und äußer­te sei­nen Wunsch für 2024: Nicht ein Aus­ein­an­der und Gegen­ein­an­der sol­len bestim­mend sein, son­dern ein Mit­ein­an­der und ein Für­ein­an­der. I wünsch eng Kraft, Hoff­nung, Gsund­heit, kurz: A guads neis Johr!“, sag­te er. 

Fest­lich erklan­gen noch ein­mal die Musik­in­stru­men­te und die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger erfreu­ten mit dem wohl­be­kann­ten Lied Es ist ein Ros‘ ent­sprun­gen“. Anschlie­ßend fand im Gar­ten des Pfarr­hau­ses bei Stadt­pfar­rer Joa­chim Stein­feld ein Sekt­emp­fang statt, die Kos­ten für das pri­ckeln­de Getränk teil­ten sich der Stadt­pfar­rer und Bür­ger­meis­ter Klaus Schmid. Nur noch weni­ge Stun­den waren es bis Mit­ter­nacht, man wünsch­te sich per­sön­lich alles Gute und einen guten Rutsch“ hin­ein ins neue Jahr 2024.

Arti­kel: Chris­ti­na Schmid

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