Grünndonnerstag und Karfreitag

Martin Eibelsgruber am 16.04.2022

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Das Heilige Grab in St. Marien

Mit den heiligen drei Tagen von Gründonnerstag bis Ostern erreicht das Kirchenjahr seinen Höhepunkt. Durch Demut, Leid und Tod begleiten wir Christus und gehen der Auferstehung entgegen.

Mit der Fei­er vom Letz­ten Abend­mahl am Grün­don­ners­tag­abend beginnt das soge­nann­te Tri­du­um, die hei­li­gen drei öster­li­chen Tage. In zwei gro­ßen Got­tes­diens­ten, einer in Drei­fal­tig­keit und einer in Ulb­e­ring, wur­de der Fuß­wa­schung und des Letz­ten Abend­mah­les gedacht. Pfar­rer Stein­feld in Drei­fal­tig­keit und Kaplan Pöschl in Ulb­e­ring wuschen jeweils zwölf Gemein­de­mit­glie­dern stell­ver­tre­tend für alle Men­schen die Füße als Zei­chen der Demut und Lie­be. Nach dem Glo­ria ver­stumm­ten Glo­cken und Orgel, jetzt stand das Lei­den Jesu im Vor­der­grund. Der Taber­na­kel wur­de geleert, die Altä­re abge­räumt.
Ganz mit dem Kreuz im Mit­tel­punkt wur­de auch der Kar­frei­tag began­gen. In zwei Fei­ern für Kin­der und Fami­li­en am Vor­mit­tag in Drei­fal­tig­keit und Ulb­e­ring, mit der Kar­frei­tags­lit­ur­gie am Nach­mit­tag in den ein­zel­nen Pfar­rei­en und mit soge­nann­ten Grab­wa­chen wur­de an das Lei­den, den Tod und die Grab­le­gung Jesu erin­nert, wodurch Chris­tus uns erlöst hat.

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Kaplan Magnus Pöschl in der Ulberinger Pfarrkirche am Gründonnerstagabend bei der Fußwaschung für die Gläubigen der Pfarrgemeinden Wittibreut und Ulbering.
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Auch in Dreifaltigkeit wurden am Gründonnerstag Gemeindemitgliedern die Füße gewaschen. Von links: Alina Engleder aus Kirchberg, Rico Entholzner, Joachim Steinfeld, Elias Unterhuber
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Unter der Leitung von Regionalkantor Christian Debald gestalteten Sänger aus den Kirchenchören Simbach und Kirchberg die Abendmahlfeier in Dreifaltigkeit.
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Nach der Abendmahlfeier wurden die Altäre abgedeckt. Jesus wird gefangengenommen und ausgeliefert.
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Am Vormittag des Karfreitags blickten Kinder auf die Leidensgeschichte Jesu. Mit Bändern, die sie in einen grünen Zweig banden, erlebten sie die Stationen mit. Am Ende verehrten sie Jesus am Kreuz damit, dass sie die Zweige mit den Bändern beim Kreuz ablegten.
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Die Johannespassion wurde am Karfreitag in Eggstetten in verteilten Rollen vorgetragen. Von links: Pastoralreferent Martin Eibelsgruber, Bastian Brand, Konrad Gschöderer
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Kreuzverehrung in Eggstetten
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Grabwache in St. Marien mit Kammerensemble Von links: Christian Debald, Petra Enghofer, Monika Leitl, Magnus Pöschl
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Die Sänger bei der Grabwache in St. Marien
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Das Heilige Grab in St. Marien
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Da die Glocken ab dem Gloria der Abendmahlsgottesdienstes am Gründonnerstag schweigen, ruden die Ministranten in Wittibreut und anderen Pfarreien mit der traditionellen Holz-Ratsche zum Gebet auf.
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In Wittibreut waren die Ratschengeher unterwegs (v. links): Lorenz Steiner, Josepha Esslinger und Hannah Pichlmeier.

Fußwaschung als Geste der Demut

Abendmahlsgottesdienst in Dreifaltigkeit

Am Abend des Grün­don­ners­ta­ges fan­den sich Gläu­bi­ge in der Drei­fal­tig­keits­kir­che zur Fei­er des Letz­ten Abend­mah­les ein. Dabei wur­de der Ein­set­zung der Eucha­ris­tie durch Jesus Chris­tus selbst gedacht und als Ges­te der Demut wusch Stadt­pfar­rer Joa­chim Stein­feld zwölf Per­so­nen aus den Sim­ba­cher Pfar­rei­en des Pfarr­ver­ban­des die Füße. In der Lesung aus dem Brief des Apos­tels Pau­lus an die Korin­ther wur­de vom Abend­mahl berich­tet und wie Jesus sei­ne Apos­tel beauf­tragt, die­ses Mahl zu sei­nem Gedächt­nis zu fei­ern. Nach der Über­lie­fe­rung des Johan­nes­evan­ge­li­ums wusch Jesus zwölf Apos­teln die Füße und trock­ne­te sie mit einem Tuch ab. Er über­nahm die Auf­ga­be eines Die­ners. Durch die­ses Bei­spiel woll­te er zei­gen, dass auch die Jün­ger unter­ein­an­der zum Die­nen bereit sein sol­len. Liebt ein­an­der, so wie ich euch geliebt habe“, gebot Jesus sei­nen Jün­gern. Stadt­pfar­rer Joa­chim Stein­feld über­nahm nun den Dienst eines Die­ners und wusch Mila Ale­ric, dem Kom­mu­ni­on­kind Josef Blöchl, Elfrie­de Kling­warth, Orga­nist Mat­thi­as Kling­warth, Son­ja Leit­ner, Ali­na Engle­der, Kon­rad Gschöde­rer, Andrea May­er, Kas­par Brod­schelm, Josip Lage­tar, Domi­nik Gilg und Vanes­sa Gschöde­rer die Füße. Er knie­te nie­der, goss aus einem Krug Was­ser über die Füße und trock­ne­te sie mit einem Tuch ab. Jesus ahn­te, dass es das letz­te Abend­mahl mit sei­nen Jün­gern war. Er reich­te ihnen Brot, nahm den Kelch und sag­te: Das bin ich! Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis“. Wenn wir Eucha­ris­tie fei­ern, ist Jesus in unse­rer Mit­te, er ist mit­ten unter uns. Die Fuß­wa­schung ist ein Sym­bol der Lie­be. Jesus über­nimmt die­sen Skla­ven­dienst selbst. Der Sohn Got­tes tut es. Wenn wir ver­sam­melt sind, so dür­fen wir es als Ein­la­dung ver­ste­hen, uns von Gott die Füße waschen und sei­ne Lie­be in uns hin­ein­strö­men zu las­sen“, so Stein­feld in sei­ner Pre­digt, in der er wei­ter auf­rief, es Jesus nach­zu­tun in der Nächs­ten­lie­be und des Die­nens. In Kon­ze­le­bra­ti­on mit Pfar­rer i.R. Josef Kai­ser fei­er­te Stein­feld die Eucha­ris­tie. Bis zum Glo­ria läu­te­ten die Glo­cken, danach ver­stumm­ten sie. Im Volks­mund heißt es, dass die Glo­cken nach Rom geflo­gen sind und erst wie­der zum Glo­ria in der Oster­nacht zurück­kom­men. Nun kamen höl­zer­ne Rat­schen zum Ein­satz. Für die fest­li­che musi­ka­li­sche Gestal­tung des Got­tes­diens­tes sorg­ten Sän­ge­rin­nen und Sän­ger der Kir­chen­chö­re Sim­bach und Kirch­berg unter Lei­tung von Regio­nal­kan­tor Chris­ti­an Debald. Als Brot für vie­le Men­schen hat uns der Herr erwählt, wir leben für­ein­an­der, und nur die Lie­be zählt. Geheim­nis des Glau­bens: im Tod ist das Leben“, wur­de unter ande­rem ein­drucks­voll gesungen.

Text: Chris­ti­ne Schmid

„Er liebte sie bis zur Vollendung“

Abendmahlsgottesdienst in Ulbering

Im Rah­men der Oster-Lit­ur­gie fand in der Ulb­e­rin­ger Pfarr­kir­che die Grün­don­ners­tags-Abend­mahls-Mes­se für die bei­den Pfarr­ge­mein­den Wit­tib­reut und Ulb­e­ring statt, zele­briert von Kaplan Magnus Pöschl. Der Got­tes­dienst war sehr gut besucht und bil­de­te einen fei­er­li­chen Rah­men für die­sen wich­ti­gen Tag im Kir­chen­jahr. Beim Glo­ria erklan­gen die Glo­cken der Kir­che und die Orgel zum letz­ten Mal und ver­stumm­ten dann. Der Geist­li­che stell­te sei­ne Pre­digt unter den Satz des Johan­nes-Evan­ge­li­ums Er lieb­te sie bis zur Voll­endung“. Damit drück­te er aus, dass Got­tes Lie­be grö­ßer und mäch­ti­ger sei als alles ande­re in der Welt: Mit die­sem Satz weiß ich, dass ich ange­nom­men bin und von Gott geliebt wer­de. Man könn­te auch die drei jet­zi­gen öster­li­chen Tage vom Lei­den, Ster­ben und der Auf­er­ste­hung Jesu als sol­che Tage der bedin­gungs­lo­sen Lie­be bezeich­nen. In die­sem Zusam­men­hang ist auch die Fuß­wa­schung nach dem Abend­mahl ein Dienst der lie­ben­den Hin­ga­be damals an sei­ne Apos­tel, heu­te zu uns. Das unter­streicht die Lie­be Got­tes zu den Men­schen, wie sie sich in Jesus voll­endet. Am Kreuz hat Jesus die­se Lie­be bis zur Voll­endung gezeigt, die letzt­lich ja in die Auf­er­ste­hung mün­de­te. Und ähn­lich wie beim dama­li­gen Abend­mahl, das der Fuß­wa­schung vor­aus­ging, emp­fan­gen wir heu­te in der Eucha­ris­tie den Leib Jesu. In der Eucha­ris­tie ist Jesus also auch gegen­wär­tig unter uns. Dies zeigt auch, dass die Eucha­ris­tie das Zen­trum unse­res Glau­bens ist. Das Sakra­ment der Eucha­ris­tie ist also ein Geschenk die­ser voll­ende­ten Lie­be, die Chris­tus mit dem Abend­mahl ein­ge­setzt hat.“

Mit der Fuß­wa­schung an zwölf Gläu­bi­gen aus den bei­den Pfarr­ge­mein­den, wie damals an den zwölf Apos­teln, sym­bo­li­sier­te Kaplan Pöschl anschlie­ßend, dass für Jesus der Dienst am Men­schen in gro­ßer Lie­be das Wich­tigs­te gewe­sen war. Aus die­sem Grun­de hat­te der Geist­li­che für die­ses Ritu­al auch das fest­li­che Mess­ge­wand abge­legt, um zu zei­gen, dass Jesus sich zu sei­ner Zeit schon als ein­fach geklei­de­ter Die­ner der Men­schen sah.

Am Schluss des Got­tes­diens­tes wur­de als Zei­chen der Trau­er über den Tod Jesu der Taber­na­kel vom Geist­li­chen geleert, das Aller­hei­ligs­te an einen ande­ren Ort über­tra­gen und auch sym­bo­lisch der Altar von allem befreit. Dazu wur­de auch das Ölberg-Evan­ge­li­um gele­sen, das die mit all die­sen Trau­er-Ritua­len ver­bun­de­ne Lei­dens­ge­schich­te Jesu dokumentiert.

Text: Wolf­gang Hascher

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