Verabschiedung der Maria-Ward-Schwestern

Martin Eibelsgruber am 03.06.2024

2024 05 26 Verabschiedung Marienhoehe4 Christina Schmid
Das imposante Klostergebäude "Marienhöhe" im blühenden Park, fotografiert nach der Vesper in St. Marien von der Maria-Ward-Straße aus.

Eine Ära geht zu Ende: Fast 160 Jahre waren Maria-Ward-Schwestern in Simbach. Die Schwestern der sogenannten "Congregatio Jesu" verabschiedeten sich und überreichten Geschenke.

Mit schö­nen Blü­ten der Pfingst­ro­sen und wei­te­ren far­ben­fro­hen Blu­men war der Altar­raum der Stadt­pfarr­kir­che St. Mari­en am Pfingst­fest wun­der­bar geschmückt. Am spä­ten Sonn­tag­abend hiel­ten Pfar­rer Joa­chim Stein­feld, Kaplan Magnus Pöschl und Pater Biju Varg­he­se eine Ves­per, musi­ka­lisch gestal­tet von Chor­mit­glie­dern unter Lei­tung von Regio­nal­kan­tor Chris­ti­an Debald an der Orgel. Wei­ter fei­er­ten die Geist­li­chen i.R. Max Pinzl, Kon­rad Schmal­ho­fer, Josef Kai­ser sowie Hans Fischer, der eigens von Berch­tes­ga­den nach Sim­bach gekom­men war, mit.
Es war eine beson­de­re Ves­per, denn in die­sem Rah­men ver­ab­schie­de­ten sich offi­zi­ell die Schwes­tern der Con­gre­ga­tio Jesu aus der Inn­stadt. Weh­mut über den Weg­gang, Dank­bar­keit für das Wir­ken der Maria-Ward-Schwes­tern vor allem in der Erzie­hungs- und Bil­dungs­ar­beit und spä­ter im Alten- und Pfle­ge­heim Mari­en­hö­he für Schwes­tern der Con­gre­ga­tio Jesu, wur­den aus­ge­drückt. Die Schwes­tern Obe­rin Maria Ober­mai­er, Wal­traud Schu­der, Rein­frie­de Nogg­ler, Edith Sigl, Sido­nia Eberl, Debo­rah Fürst­ber­ger und Rome­dia Tren­ker saßen in einer Kir­chen­bank­rei­he nahe vor dem Altar­raum. Es war ein Tisch mit Andachts­ge­gen­stän­den auf­ge­stellt, die die Schwes­tern der Pfar­rei St. Mari­en geschenkt haben und eine ganz beson­de­re Gabe war die im Gröd­ner­tal geschnitz­te Madon­na. Gleich beim Ein­tre­ten in das Got­tes­haus durch das Haupt­por­tal ent­deck­te man recht­erhand die Got­tes­mut­ter mit dem Jesus­kind auf dem Arm auf oran­ge-gel­bem Hin­ter­grund an der Wand ange­bracht. Die Schwes­tern erklär­ten, dass sich die Madon­na einst im Ein­gangs­be­reich der alten Pfor­te“ im Insti­tuts­ge­bäu­de Mari­en­hö­he befand, zuletzt im 2. Stock des Hauses. 

Dies ist die Stun­de, in der wir die ehr­wür­di­gen Schwes­tern der Mari­en­hö­he ver­ab­schie­den müs­sen. Für sie waren die letz­ten Mona­te, Wochen, Tage sicher nicht ein­fach, hieß es doch schritt­wei­se aus der Gemein­schaft zu gehen, aus­räu­men und sich auf­ma­chen in ande­re Häu­ser“, so Stadt­pfar­rer Joa­chim Stein­feld, der beton­te, dass vie­le Men­schen in Sim­bach es noch nicht rea­li­sie­ren kön­nen, dass es nach 158 Jah­ren hier kei­ne Maria-Ward-Schwes­tern mehr geben wird. Mit herz­li­chen Wor­ten wür­dig­te er ihr segens­rei­ches Wir­ken für die Stadt in Mari­en­tal und in der Mari­en­hö­he. Dass Sie uns ver­las­sen müs­sen, erfüllt uns mit Schmerz und Ent­täu­schung. Gewiss ist Ihnen immer unse­re Dank­bar­keit und Wert­schät­zung. In Kin­der­gar­ten und Schu­len haben Sie über vie­le Gene­ra­tio­nen jun­ge Men­schen geför­dert und auch für Ihr immer­wäh­ren­des Gebet sagen wir Vergelt’s Gott“, wür­dig­te der Stadt­pfar­rer, der wei­ter auf­zeig­te, dass die Schwes­tern in ihrem Insti­tut auch immer wie­der Raum für die Gemein­de gaben, so bei Fas­ten­sup­pe und Oster­ba­sar, Altar­ge­stal­tung an Fron­leich­nam, Unter­stüt­zung bei den Kin­der­wo­chen und vie­les mehr. Vie­le wert­vol­le Erin­ne­run­gen las­sen in die­ser Stun­de Trä­nen in die Augen tre­ten“, sag­te Stein­feld. Die Kir­che habe vie­le Umbrü­che und Über­gän­ge erlebt, so auch in heu­ti­ger Zeit. Gera­de Pfings­ten bedeu­tet aber, dass wir mit dem Geist Got­tes hoff­nungs­froh nach vor­ne schau­en und unse­re Arbeit im Wein­berg Got­tes fort­set­zen sol­len“, schloss er.
Den schei­den­den Schwes­tern wünsch­te er für die Zukunft alles Gute, per­sön­li­ches Wohl­erge­hen und Got­tes reichs­ten Segen. Herz­lich bedank­te er sich für Andachts­ge­gen­stän­de und die Madon­na, die nun in der Stadt­pfarr­kir­che einen neu­en Platz hat und die Ver­bun­den­heit der Schwes­tern mit St. Mari­en all­ge­gen­wär­tig zum Aus­druck bringt. 

Die Lesung trug Schwes­ter Obe­rin Maria Ober­mai­er vor, gemein­sam wur­de das Vater­un­ser gesun­gen. Eine Ära geht zu Ende“, resü­mier­te die Vor­sit­zen­de des Gesamt­pfarr­ge­mein­de­ra­tes Sim­bach und Pfar­rei­spre­che­rin von Drei­fal­tig­keit, Clau­dia Pagler. Unzäh­li­ge Men­schen sind in Kin­der­gar­ten und Schu­len der Eng­li­schen Fräu­lein“ in Sim­bach gegan­gen, 1866 wur­de mit dem Unter­rich­ten in Mari­en­tal begon­nen, christ­li­che Hal­tung vor­ge­lebt und Ver­trau­en in Gott und die Men­schen ver­mit­telt. Wür­de man vie­le Ein­zel­hei­ten im segens­rei­chen Wir­ken der Schwes­tern in Sim­bach nie­der­schrei­ben, so wür­den tau­send Sei­ten nicht rei­chen und das Werk dicker als ein Geschichts­buch sein“, so Pagler, die die Schwes­tern der Con­gre­ga­tio Jesu als Teil der Pfarr­fa­mi­lie bezeich­ne­te und ihnen wie bereits der Stadt­pfar­rer Vergelt’s Gott“ für ihr Wir­ken und Schaf­fen sag­te und die bes­ten Wün­sche mit auf die neu­en Wege gab. Dass wir Sim­bach ver­las­sen müs­sen, das bedau­ern wir sehr, hat­ten wir doch gehofft, dass wir hier unse­ren Lebens­abend ver­brin­gen kön­nen“, sag­te Schwes­ter Obe­rin auch im Namen ihrer Mit­schwes­tern. Dass sei­tens des Ordens Gutes in Sim­bach gewirkt wur­de, führ­te sie an und zitier­te die Ordens­grün­de­rin Maria Ward: Es ist nicht wich­tig, wer Gutes tut, wich­tig ist, es geschieht!“
Dass Gutes wei­ter­ge­führt wird, das wünsch­te sie und ver­si­cher­te, im Gebet in Ver­bin­dung mit den Sim­ba­chern zu blei­ben und dies in Gott’s Nam‘“. Per­sön­li­che Wor­te des Bedau­erns über den Weg­gang der Schwes­tern der Con­gre­ga­tio Jesu aus Sim­bach, Erin­ne­run­gen an die Kin­der­gar­ten- und Schul­zeit bei den Eng­li­schen Fräu­lein“ wur­den aus­ge­drückt, den Schwes­tern die Hän­de gereicht und ihnen mit indi­vi­du­el­len Wor­ten Ois Gua­de“ gewünscht. Vor der Madon­na, die einst in der Mari­en­hö­he ihren Platz hat­te, ver­sam­mel­ten sie sich die Schwes­tern mit Geist­li­chen, Minis­tran­ten und Vor­sit­zen­der des Gesamt­pfarr­ge­mein­de­ra­tes noch ein­mal zu einem Grup­pen­fo­to in der Stadt­pfarr­kir­che St. Mari­en in Sim­bach am Inn.

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Vor der Madonna, die die Schwestern der Pfarrei St. Marien schenkten, kam man noch einmal zu einem Gruppenfoto zusammen: V. links: Kaplan Magnus Pöschl, Stadtpfarrer Joachim Steinfeld, Pfarrer i. R. Max Pinzl, Ministrantin Angelika Kell, Mesner Rico Entholzner, Sr. Waltraud Schuder, Sr. Reinfriede Noggler, Sr. Oberin Maria Obermaier, Sr. Edith Sigl, Sr. Sidonia Eberl, Sr. Deborah Fürstberger, Sr. Romedia Trenker, Pfarrer i. R. Hans Fischer, Pater Biju, GPGR-Sprecherin Claudia Pagler und Ministrantin Julia Schwarz.
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Wehmut über den Weggang der Schwestern der Congregatio Jesu aus Simbach, Dankbarkeit für ihr Wirken kamen bei der Vesper in der Stadtpfarrkirche St. Marien am frühen Abend des Pfingstsonntages zum Ausdruck. Stimmungsvoll mischte sich die Maiensonne durch die Kirchenfenster dazu. Sr. Oberin Maria Obermaier (links) trug die Lesung vor.
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Andachtsgegenstände haben die scheidenden Schwestern für die Stadtpfarrkirche St. Marien geschenkt.

Arti­kel: Chris­ti­na Schmid

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