Gedanken zu Allerheiligen

Simbach am Inn Pfarrverband am 01.11.2020

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„Glaube als Licht in einer dunklen Zeit“ - Allerheiligen-Gottesdienste wollen Zuversicht vermitteln

Unter den der­zeit herr­schen­den Umge­bungs- und Ver­hal­tens-Bedin­gun­gen begin­gen die Chris­ten in Ulb­e­ring und Wit­tib­reut das Hoch­fest Aller­hei­li­gen. Über­all anzu­mer­ken war den Gläu­bi­gen die Sor­ge bezüg­lich der wei­te­ren Ent­wick­lung der Virus-Kri­se, was sich der nach­denk­li­chen Stim­mung an dem wol­ken­ver­han­ge­nen Aller­hei­li­gen­tag noch über­la­ger­te.
Den­noch waren die bei­den Kir­chen in Wit­tib­reut und Ulb­e­ring bis auf den letz­ten mög­li­chen Platz gefüllt. Vor und auch nach dem jewei­li­gen Got­tes­dienst hat­ten die Gläu­bi­gen noch die Gele­gen­heit wahr­ge­nom­men, ihrer ver­stor­be­nen Ange­hö­ri­gen an den Grä­bern ent­spre­chend den gebo­te­nen Abstands­re­geln zu gedenken.

Seligpreisungen - Wegweiser durch die Krise

In Ulb­e­ring fand Kaplan Magnus Pöschl in sei­ner Pre­digt ein­fühl­sa­me Wor­te, um einer­seits die­se Stim­mung zu beschrei­ben, ande­rer­seits auch Hoff­nung mit Hil­fe des Glau­bens zu ver­mit­teln: Die Virus-Kri­se liegt läh­mend über uns, und wir fra­gen uns, wie es wei­ter­geht. Das kann sicher­lich auch Angst in uns erzeu­gen. Und dann heißt auch noch in die­sen Stun­den das Gebot: Abstand hal­ten, kei­ne Umar­mung. Und oft ist nur ein Tele­fo­nat zu einem lie­ben Men­schen möglich.

Nicht die aggres­si­ven Men­schen, son­dern die, die mit Lie­be das Licht Chris­ti gebracht haben, sind Hoffnungsgeber.”

Kaplan Magnus Pöschl in seiner Allerheiligenpredigt

Doch die Kir­che ist hoff­nung­ma­chend da, und wir alle bil­den in unse­rer Gemein­schaft letzt­lich die­se Kir­che. Die im Evan­ge­li­um ver­kün­de­ten Selig­prei­sun­gen kön­nen in die­sem Sin­ne ein posi­ti­ver Weg­wei­ser sein. Denn es heißt: Selig sind die Fried­li­chen, die Trost spen­den, und auch jene, die zu Gott rufen, er möge uns bei­ste­hen in die­ser Zeit. Vie­le dem Glau­ben sehr ver­bun­de­ne Men­schen, wie frü­her bei­spiels­wei­se Mut­ter The­re­sa und der Bru­der Kon­rad in Alt­öt­ting, zäh­len dazu. Sie sind der Beweis: Nicht die aggres­si­ven Men­schen, son­dern die, die mit Lie­be das Licht Chris­ti gebracht haben, sind Vor­bil­der und Hoff­nungs­ge­ber, auch für uns.“
Der Geist­li­che bemerk­te auch, dass man oft­mals Pro­ble­me habe, alles zu ver­ste­hen, was durch die aktu­el­len Vor­schrif­ten fest­ge­schrie­ben wer­de. Doch es sei auch kein Weg, zu pro­tes­tie­ren oder Unmut zu ver­brei­ten. Hoff­nung sah Kaplan Magnus Pöschl viel­mehr im Zusam­men­halt der Men­schen: Rufen wir wenigs­tens ein­an­der am Tele­fon an, holen wir Mahl­zei­ten im hei­mi­schen Gast­haus, kau­fen wir regio­nal ein und nicht im Inter­net. Hal­ten wir zusam­men und hören vor allem nicht auf, zu beten. Denn der Glau­be ist wie ein hel­les Licht in der Dun­kel­heit der Pandemie.”

Allerheiligengottesdienste
Allerheiligengottesdienste
Kaplan Magnus Pöschl rief beim Allerheiligen-Gottesdienst in Ulbering dazu auf, weiter zusammenzuhalten, die Angst nicht stark werden zu lassen und gemeinsam im Glauben auf Gott zu vertrauen.

Heilige - Menschen mit Schwächen und Stärken

In ähn­li­chen Wor­ten ging in der Wit­tib­reu­ter Kir­che Pfarr­vi­kar James Vari­ku­ty in sei­ner Pre­digt auf die Pro­ble­me der heu­ti­gen Zeit, aber auch auf hoff­nung­ma­chen­de Aspek­te ein: Gott lädt uns ein, auf alle die­je­ni­gen zu schau­en, die Gutes getan haben oder Gutes tun. An Aller­hei­li­gen bli­cken wir auch auf die­se Men­schen und wir erken­nen, dass sie letzt­lich Men­schen waren oder sind, eben genau wie Du und ich, näm­lich mit guten Sei­ten und mit Schwä­chen, und das soll uns Mut machen.

Sie sind der Beweis dafür, dass das Leben stär­ker ist als der Hass.”

Pfarrvikar James Varikuty in seiner Allerheiligenpredigt

Schau­en wir uns doch um in die­ser Zeit und ent­de­cken ganz aktu­ell die­je­ni­gen Men­schen, die auch heu­te Zeu­gen geleb­ter Mensch­lich­keit sind, ähn­lich es wie damals die Hei­li­gen waren: bei­spiels­wei­se den Arzt in Chi­na, der vor knapp einem Jahr die Virus-Krank­heit erst­mals gemel­det hat. In sei­ner Für­sor­ge um ande­re wur­de er dann aber vom Staat zum Schwei­gen gebracht.
Oder den­ken wir auch an die Tap­fe­ren in der Welt, die als Gläu­bi­ge getö­tet wur­den, wie bei­spiels­wei­se durch den Ter­ror­an­schlag in Niz­za, oder an die­je­ni­gen, die sich die­sem Ter­ror ent­ge­gen­stel­len — sie sind der Beweis dafür, dass das Leben stär­ker ist als der Hass. Auch sie dür­fen wir glei­cher­ma­ßen am Tag Aller­hei­li­gen als Vor­bil­der aufzählen.“

Der Pfarr­vi­kar erin­ner­te des Wei­te­ren an die vie­len Ärz­te, Kran­ken­schwes­tern und Pfle­ger, die täg­lich in ihrem anstren­gen­den Dienst gegen die Virus-Krank­heit kämp­fend oft­mals ihr Leben ris­kie­ren: Es gibt sie also, die heu­te unter uns leben und die wir wegen ihres Ver­hal­tens zusam­men mit dem Wort Aller­hei­li­gen“ nen­nen dür­fen. Denn sie prak­ti­zie­ren christ­li­ches Mit­ein­an­der im bes­ten Sin­ne. Das soll uns Mut machen.“

Allerheiligengottesdienste
Pfarrvikar James Varikuty beim Allerheiligen-Gottesdienst in der Wittibreuter Kirche: „Es gibt auch heute viele Menschen, die täglich Gutes für Andere tun. Das soll uns Mut machen.“

Dank an die, die Gottesdienste noch möglich sein lassen

Alle Geist­li­chen dank­ten in ihren Abschluss­wor­ten noch den­je­ni­gen, die trotz der schwie­ri­gen Bedin­gun­gen mit­ge­hol­fen hät­ten, die Got­tes­diens­te zu gestal­ten: vor allem den Minis­tran­ten, den Ein­zel-Sän­gern, den Orga­nis­ten und den Mesnerinnen.

Allerheiligengottesdienste
Die Wittibreuter Gnadenbrunnen-Kapelle weist derzeit in einer kleinen Präsentation auf die „Schritte der Trauer“ hin: Nachdenken, sich mit der Trauer auseinandersetzen und Trost finden. Auch Pfarrvikar James Varikuty widmete sich hier in einem Andachts-Gebet diesen Gedanken.

In einer Andacht in der Gna­den­brun­nen-Kapel­le Wit­tib­reut gedach­te Pfarr­vi­kar James Vari­ku­ty noch der Ver­stor­be­nen. Dort wird in einer klei­nen aktu­el­len Prä­sen­ta­ti­on an die Schrit­te der Trau­er“ erin­nert, die dar­auf hin­wei­sen, dass der Tod einer­seits zwar zum Leben gehö­re, dass man aber als Christ den­noch auf ein Leben nach dem Tod ver­trau­en dür­fe und dass man in der eige­nen Trau­er auch Trost fin­den könne.

Text und Bil­der: Wolf­gang Hascher

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31.10.2020

Schritte der Trauer

Impulse zum Nachdenken, Sich-Auseinandersetzen und Trost-Finden in der Pfarrkirche St. Marien und am…

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