Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes am Samstagabend in der Stadtpfarrkirche St. Marien übertrug der Generalvikar des Bischofs von Passau, Josef Ederer, an Pfarrer Joachim Steinfeld das Amt des Dekans im Dekanat Simbach und an Pfarrer Peter Kieweg aus dem Pfarrverband Ering das Amt des Prodekans. Es war eine bewegende Feier, zu der zahlreiche Gläubige aus den Pfarreien des Dekanates gekommen waren, einige mussten sich sogar mit einem Stehplatz begnügen, da es in aktueller Coronazeit die Abstandsgrenzen einzuhalten galt. Vor Beginn des Gottesdienstes erklärte Pastoralreferent Martin Eibelsgruber die Covid-Regeln. Organistin Monika Leitl ließ die Orgel, die „Königin der Instrumente“, großartig zum Einzug von Kreuzträger, Ministranten und Geistlichkeit erklingen.
Auch der Vorvorgänger war anwesend
„Es wächst zusammen, was zusammen gehört“, mit diesem Zitat von Willy Brandt leitete Claudia Pagler als Vertreterin des Pfarrverbandes Simbach ihr Grußwort ein und meinte, dass dieser Satz genau zu dieser Stunde passe, da der Dekanatssitz nun wieder nach Simbach zurück kehre. Ihr spezieller Willkommensgruß galt dem Generalvikar, allen Geistlichen, darunter dem „Vorvorgänger“ Steinfelds, Prälat Alois Messerer, den Vertreterinnen und Vertretern kirchlicher Gremien, den Haupt- und Ehrenamtlichen aus dem Dekanat, den Mitfeiernden aus Gesellschaft und Politik, darunter Bürgermeister Klaus Schmid aus Simbach und Bürgermeisterin Christine Moser aus Wittibreut, und besonders den Eltern des neuen Dekans, der in seinem Amt Bernd Kaspar nachfolgt. Herzliche Worte richtete sie an Joachim Steinfeld, den sie vor fast genau einem Jahr in Simbach als neuen Stadtpfarrer begrüßen durfte. „Wie stolz und zufrieden die Pfarrangehörigen über deine Ernennung sind, habe ich vor einem Jahr ausgedrückt und heute können wir erneut so stolz sein, denn das Dekanat Simbach hat seinen Sitz wieder in der Stadt und einen Stadtpfarrer als Dekan“, so Pagler, die Steinfeld für die neue Aufgabe viel Kraft, Mut, Zuversicht und Gottes reichen Segen wünschte und ihm die stete Unterstützung zusagte. Lesung und Fürbitten wurden von Lektorin Theresia Nüsslein vorgetragen, das Evangelium nach Matthäus von Kaplan Magnus Pöschl.
Pastorale Tätigkeit im Dekanat fördern
In seiner Predigt ging Generalvikar Josef Ederer auf das Evangelium ein und betonte, dass Gott immer und immer wieder Vergebung und Neuanfang schenke und auch wir so gegenüber unseren Mitmenschen handeln sollten. „Gott entmündigt nicht, sondern er will unser „Ja“ in Freiheit und aus Liebe zu ihm“, so Ederer, der sich bei Dekan und Prodekan für ihre Bereitschaft bedankte, ihre neuen Dienste zu übernehmen und sagte dafür ein herzliches „Vergelt’s Gott“. Er erklärte, dass es erste Aufgabe des Dekans nach dem Kirchenrecht sei, die gemeinsame pastorale Tätigkeit im Dekanat zu fördern und zu koordinieren. „Als Kirche ist es unsere Mission und unser Auftrag, in der Welt von heute froh, einladend und solidarisch zu sein“, sagte er und blickte in die Zukunft der Kirche mit allem Wandel und neuen Wegen.
„Die Koordinations- und Führungsaufgabe der Dekane wird noch wichtiger werden etwa im Hinblick auf die Organisation der Liturgie, die Entwickelung des »Pastoralen Raumes«.”
Es gibt also viel zu tun für dich als Dekan. Du hast zugesagt, diese Entwicklung mitzutragen und die Entwicklung der Kirche im Dekanat und im Bistum mitzugestalten. Es wird eine herausfordernde, aber auch eine sinnstiftende und schöne Aufgabe sein“, versicherte Ederer und wünschte Dekan Steinfeld und Prodekan Kieweg alles Gute, vor allem Gesundheit, Weisheit, Besonnenheit, Geduld und Gottes Segen für ihre Dienste.
Eine einladende und offene Kirche
In Konzelebration feierten Dekan, Prodekan und Generalvikar die Eucharistie. Joachim Steinfeld bedankte sich zum Schluss bei allen Mitwirkenden. „Es tut gut, Menschen an der Seite zu wissen, mit denen man vertrauensvoll zusammenarbeiten kann. Gemeinsam wollen wir eine einladende, offene Kirche sein“, so Steinfeld.
„Ich freue mich auf die Zukunft und das Miteinander im Dekanat Simbach.”
Es war eine besondere Amtseinführung in besonderer Zeit. Hoffnung und Zuversicht lagen im Raum des Gotteshauses. Man freute sich über das Zusammensein bei aller Einhaltung der Abstandsgrenzen und dem Tragen von Mund-Nasen-Masken. Im Anschluss an Gottesdienst und Amtseinführung hatte Claudia Pagler mit Ehrenamtlichen aus den Pfarreien einen Stehempfang ebenfalls mit Einhaltung der Coronaregeln vor dem Kirchenportal vorbereitet. Lau war die Septembernacht und heimelig war es auf dem Kirchenplatz zwischen Wittelsbacher Eiche und Sankt Marien. Dem Dekan und dem Prodekan wurde persönlich gratuliert, man kam miteinander ins Gespräch und genoss die Gemeinschaft.
Text und Bilder: Christina Schmid