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Gesichter der Pfarrei

Simbach am Inn Pfarrverband am 07.06.2021

2021 06 Gesichter der Pfarrei Entry Image

Christina Wurhofer und Daniel Loher - Gesichter der Pfarrei Dreifaltigkeit

Jun­ge Leu­te für die Kir­che und den Glau­ben zu begeis­tern wird zuneh­mend schwie­ri­ger. Laut einer bun­des­wei­ten Umfra­ge sind mehr als 60 % der Jugend­li­chen nicht mehr an Gott inter­es­siert. Zwei enga­gier­te jun­ge Chris­ten aus der Pfar­rei Drei­fal­tig­keit stel­len sich heu­te vor und beant­wor­ten Fra­gen über die Minis­tra­ten­tä­tig­keit und ihren Glauben.

Chris­ti­na und Dani­el sind acht­zehn Jah­re und emp­fin­gen 2011/12 die Erst­kom­mu­ni­on. Gemein­sam began­nen sie danach in der Pfar­rei Drei­fal­tig­keit den Ministrantendienst.

Chris­ti­na arbei­tet momen­tan in der Gas­tro­no­mie als Köchin bzw. Restau­rant­fach­frau und schließt die­se Aus­bil­dung im Som­mer mit der Lehr­ab­schluss­prü­fung ab. Sie ist sich sicher, dass sie danach einen ande­ren Beruf erler­nen wird, da sie ger­ne mit Men­schen arbei­ten will. Chris­ti­na ver­bringt die Frei­zeit mit Schla­fen und trifft sich ger­ne mit Freun­den. Da dies wegen Coro­na momen­tan nicht mög­lich ist, beschäf­tigt sie sich mit Social Media und der Vor­be­rei­tung auf die Prüfung.

Dani­el besuch­te das Tas­si­lo-Gym­na­si­um in Sim­bach a. Inn und macht heu­er das Abitur. Er ver­bringt sei­ne Frei­zeit als enga­gier­tes Mit­glied der Feu­er­wehr in Sim­bach a. Inn.

Nun zu den Interviewfragen:

Wie seid ihr zum Ministrieren gekommen?

Dani­el: Durch die Über­zeu­gungs­ar­beit des dama­li­gen Kaplan Micha­el Nirschl und der Tat­sa­che, dass man als Minis­trant wäh­rend des Got­tes­diens­tes eine wich­ti­ge Auf­ga­be erfül­len kann.

Chris­ti­na: Ich muss ganz ehr­lich sagen, bei uns zuhau­se hat zu die­ser Zeit die Kir­che und vor allem Gott kei­ne beson­ders gro­ße Rol­le gespielt. Mei­ne Eltern wur­den in der Genera­ti­on groß­ge­zo­gen, als die meis­ten Kin­der noch gezwun­gen wur­den jeden Sonn­tag in die Kir­che zu gehen, und das woll­ten sie mir erspa­ren. Und ich glau­be, das ist auch der Grund, war­um ich nicht von Anfang so eine Ableh­nung dafür emp­fun­den habe. Beson­ders mei­ne bei­den Omas sind stän­di­ge Kirch­ge­her und mein Opa Mes­ner, sie haben mir das Leben mit Gott nähergebracht.

Chris­ti­na: Grund­sätz­lich unter­schei­den wir immer zwi­schen Kreuz, Weih­rauch, Leuch­ter und Gaben­be­rei­tung. Am liebs­ten mache ich die Gaben­be­rei­tung, da man dafür das Zei­chen des letz­ten Abend­mahls den Tisch decken darf“. Und das ist für mich per­sön­lich das abso­lu­te High­light wäh­rend des Gottesdienstes.

Dani­el: Wäh­rend des Got­tes­diens­tes unter­stützt man den Pries­ter. Am liebs­ten über­neh­me ich den Dienst des Weihrauches.

Ihr seid Teil einer großen Gemeinschaft der Ministrantinnen und Ministranten, die von der Freundschaft mit Jesus Christus getragen ist. Warum?

Dani­el: Durch das Amt als Minis­trant kann man ande­re Leu­te ken­nen­ler­nen. Man befasst sich aber auch mit dem The­ma Kir­che“ und kann viel dazu­ler­nen (z.B. war­um ver­schie­de­ne Abläu­fe in der Kir­che so sind, wie sie sind, und auch Inhal­te bestimm­ter Feiertage).

Chris­ti­na: Ich schät­ze sehr, dass ich mei­ner Minis­tran­ten­grup­pe die Lie­be Got­tes näher­brin­gen kann. Denn ich bekom­me immer wie­der mit, dass die Kin­der und Jugend­li­chen Pro­ble­me haben und sich oft allei­ne füh­len; und in genau sol­chen Momen­ten ist es wich­tig, dass man die Lie­be Got­tes spürt und sich damit nicht allei­ne fühlt.

Was habt ihr in der Zeit als Ministranten Positives erfahren?

Chris­ti­na: Für mich ist jedes Lächeln unse­rer Minis­tran­ten, die spür­ba­re Lie­be Got­tes und das gemein­sa­me Ver­wei­len in unse­ren Minis­tran­ten­stun­den etwas ganz Besonderes.

Dani­el: Posi­ti­ve Erfah­run­gen sind für mich das Mit­ein­an­der der Minis­tran­ten sowohl in der Pfar­rei als auch im gesam­ten Pfarr­ver­band und die gro­ße Ver­ant­wor­tung als Ober­mi­nis­trant, die durch das Erstel­len des Mini­plans, die Orga­ni­sa­ti­on der Ministunden/​Ausflüge und als Ansprech­part­ner für die Minis­tran­ten deut­lich wird.

Gibt es Höhepunkte in eurer Ministrantenzeit?

Dani­el: Ja, die Minis­tran­ten­wall­fahrt nach Rom im Jahr 2018 und der Besuch beim Bun­des­prä­si­den­ten 2020 im Schloss Bel­le­vue in Ber­lin im Rah­men der Sternsingeraktion.

Chris­ti­na: Ich per­sön­lich habe jeden ein­zel­nen Minis­tran­ten­aus­flug, und vor allem Rom, als unver­gleich­ba­re Höhe­punk­te erfah­ren dür­fen. Außer­dem ist für mich auch immer ein ganz beson­ders schö­nes Erleb­nis, neue Minis­tran­ten begrü­ßen zu dürfen.

Nennt bitte zwei Gründe, wie man junge Menschen erreichen kann!

Dani­el: Man soll­te sich aktiv in die Jugend­ar­beit ein­brin­gen und so den Kin­dern und Jugend­li­chen das The­ma Kir­che spie­le­risch“ bei­brin­gen (z.B. die Teil­nah­me am Feri­en­pro­gramm der Stadt, wie es bereits der Fall ist).

Chris­ti­na: Man hört ja lei­der immer wie­der von den Miss­brauchs­fäl­len in der Kir­che. Sobald da sicht­bar bes­ser durch­ge­grif­fen wird und das gan­ze The­ma nicht mehr zwang­haft ver­tuscht wird, wer­den mehr jun­ge Men­schen den Weg zur Kir­che fin­den.
Außer­dem wür­de ich mir für den Got­tes­dienst wün­schen, dass der Ablauf mehr für Kin­der gestal­tet wird und auch die­se dar­an Freu­de finden.

Lohnt es sich Ministrant zu werden?

Chris­ti­na: Für mich per­sön­lich war es eine beson­de­re Erfah­rung und ich wür­de die Fra­ge erst­mals mit Ja beant­wor­ten. Aller­dings lohnt es sich auch nur, wenn man wirk­lich mit gan­zem Her­zen dabei ist.

Dani­el: Ja, man befin­det sich in einer gro­ßen Gemein­schaft und man kann auch neue Freun­de ken­nen­ler­nen. Außer­dem ist das Minis­trant­sein ist eine sinn­vol­le Frei­zeit­ge­stal­tung und man unter­nimmt Aus­flü­ge, die zur Stär­kung der Gemein­schaft die­nen (z.B. ein­mal pro Jahr einen mehr­tä­gi­gen Aus­flug in eine ande­re Stadt oder auch Tages­aus­flü­ge in das Erleb­nis­bad in Bad Schal­ler­bach oder in den Bayernpark).

Könnt Ihr euch vorstellen, nach dem Ministrantendienst weiterhin in der Pfarrei aktiv mitzuarbeiten, z.B. in einem Ausschuss, als Lektor oder Kommunionhelfer oder im Pfarrgemeinderat.

Dani­el: Ich habe mich noch nicht end­gül­tig dafür oder dage­gen ent­schie­den. Jetzt steht erst mal der Dienst als Minis­trant im Vor­der­grund und, wenn ich die­sen Dienst been­de, dann wer­de ich mir über­le­gen, ob ich mich für ein Amt zur Ver­fü­gung stel­len werde.

Chris­ti­na: Ich wer­de wahr­schein­lich die­ses Jahr mein Amt auf­hö­ren und den Dienst als Ober­mi­nis­tran­tin wei­ter­ge­ben. Ich kann es mit gut vor­stel­len wei­ter in der Pfar­rei tätig zu sein. Aller­dings wer­de ich erst­mals eine Pau­se ein­le­gen, da ich mich voll und ganz auf mei­ne beruf­li­che Lauf­bahn kon­zen­trie­ren muss. Außer­dem bleibt mir per­sön­lich in der Gas­tro­no­mie kei­ne Zeit, um mit Lei­den­schaft und Freu­de in der Pfar­rei noch tätig zu sein.

Lie­be Chris­ti­na, lie­ber Dani­el durch euren Ein­satz und das Mit­wir­ken in der Lit­ur­gie wer­den die Got­tes­diens­te fest­li­cher und schö­ner. Dafür möch­te ich mich ganz herz­lich bedan­ken und für euren pri­va­ten und beruf­li­chen Lebens­weg alles Gute und vor allem Got­tes rei­chen Segen wünschen.

Das Inter­view führ­te Pfar­rei­spre­che­rin Clau­dia Pagler.

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